Sicher stehn und gehn trotz Amputation

27.06.2017

Leider können nur wenige Amputierte so flott laufen, wie es in manchen Werbefilmen gezeigt wird. Ganz abgesehen davon, dass die Betroffenen meist auch nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik sind. Was sie aber auch gar nicht sein müssen: Meist sind es ja doch die kleinen, aber feinen Verbesserungen, die einem helfen durch den Tag zu gehen.

Wer heute mit einer Amputation lebt, der muss und möchte nicht zwingend extreme Leistungen erbringen. Auch wenn manche Werbefilme einen das glauben machen wollen. Die meisten Menschen sind eigentlich schon damit zufrieden, den individuellen Alltag meistern und möglichst selbstständig sein zu können. Und diese an und für sich schon enormen Belastungen werden oft eher durch kleine Verbesserungen an Hilfsmitteln erreicht, denn durch die großen Innovationen. Wie zum Beispiel durch den kyBoot, den ein findiger Tüftler aus der Schweiz entwickelt hat. Der Erfinder Karl Müller stellte fest, dass seine Rückenschmerzen nachließen, wenn er über einen weichen, rück federnden Boden lief. Diesen weich elastischen Effekt übertrug der Ingenieur in eine Schuhsohle, die im ersten Moment noch nicht einmal speziell für beinamputierte Fußgänger gedacht war. Der sogenannte kyBoot war und ist auch noch ein Schuh für Jedermann, denn er trainiert den ganzen Körper allein beim Gehen, so, wie er auch das Lymphsystem aktiviert. Außerdem ist mit dem Schuh gelenkschonendes und rutschsicheres Gehen möglich – auch bei nassem Untergrund.

Jürgen Zeller, selbst Prothesenträger testete die Schuhe. Für ihn kam der «Testlauf» einer Offenbarung gleich. Zum ersten Mal spürte er in jeder Gangphase den kompletten Boden unter seinen Prothesenfüßen. Er erhielt ein Feedback vom Boden, was er so nicht kannte. Es zeigte sich, dass insbesondere frisch Amputierte hier profitieren können, auf eine ganz neue Art laufen lernen und sich nicht mehr mit hartem Fersenauftritt quälen müssen.Die Firma kybun, begeistert von den Erfahrungen Zellers,machte den engagierten Selbstbetroffenen zum Botschafter für Beinamputierte in Deutschland und der Schweiz.

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