Bewegung hält auch den Geist fit!

20.10.2010

Körperliche Ertüchtigung ist nicht nur für unseren Körper wohltuend, Bewegung verbessert auch unser Gedächtnis.


„Sport ist Voraussetzung für geistige Beweglichkeit. Wenn du wissen willst, wie fit dein Gehirn ist, dann fühle deine Beinmuskulatur.“
Johannes Holler, Hirnforscher und Buchautor

Dieses Prinzip dürfte wohl auch Aristoteles schon bekannt gewesen sein. Der griechische Philosoph führte seinen Unterricht, durch eine Wandelhalle gehend, durch. Aufgrund dessen wurden seine Schüler auch Peripatetiker, zu Deutsch: „Umhergeher“,  genannt. Lange Zeit galt diese Art des Unterrichts als eine Eigenart seitens Aristoteles. Über 2000 Jahre später folgte der Nachweis der Korrelation zwischen geistigem Leistungsvermögen und Bewegung. Der Sportwissenschaftler Wildor Hollmann untersuchte genau diesen Zusammenhang. Dabei  kam er zum Schluss, dass Aristoteles ein Pionier in der Wissensvermittlung war.

Hollman führte mit zwei Studentengruppen ein Experiment durch. Bei diesem Test wurden ihnen unsinnige Silben wie „mo, fro, tra“ zugerufen. Ziel war es, sich diese einzuprägen und anschliessend wiederzugeben. Der einzige Unterschied war, dass die zweite Testgruppe währenddessen auf Hometrainern radelte. Die Studenten der ersten Gruppe konnten die meisten Silben nicht wiederholen. Bei der anderen Studentengruppe war jedoch ein grösserer Lernerfolg festzustellen. Dies führte zum Fazit, dass im Gehirn das Gelernte mit paralleler Bewegung, effizienter und längerfristig haften bleibt. Professor Hollmann erklärt dies mit der besseren Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Gehirns während der Bewegung.

Bereits bei einem gemütlichen Spaziergang  kann man eine 20-prozentige Zunahme der Gehirndurchblutung verzeichnen. Zudem führt vermehrte Bewegung zur Bildung neuer Neuronen, und kurbelt die Neurotransmitterproduktion an. Hierzu sagt Hollman: „Unser Gehirn ist das am meisten veränderbare Organ des Menschen“.

Da erscheint es auch nicht weiter kurios, dass eine körperliche Tätigkeit das Gehirn besser trainiert als geistige. Dabei haben diverse Arten körperlicher Aktivität einen  nachweisbaren Einfluss auf unser geistiges Leistungspotential. Ob nun das Spazierengehen oder eine anstrengende Sportart – aus beidem resultiert eine positive Umstellung im Gehirn.

Weitere Informationen und Studien zu diesem Thema finden Sie im Buch: "Was Kinder schlau und glücklich macht!"
von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann und Prof. Dr. Peter Axt.